RGAA 4 vs WCAG 2.1: die Unterschiede verstehen
RGAA 4 ist das offizielle französische Regelwerk, abgeleitet vom internationalen WCAG 2.1-Standard. Erfahren Sie mehr über Gemeinsamkeiten, Unterschiede und die Vorteile einer doppelten Prüfung.
Das RGAA 4 (Référentiel Général d'Amélioration de l'Accessibilité) ist der offizielle französische Standard für digitale Barrierefreiheit. Er ist für alle öffentlichen Dienste verpflichtend und seit Juni 2025 auch für private Dienste oberhalb der Kleinstunternehmensschwelle im Rahmen des European Accessibility Act (EAA).
RGAA 4 leitet sich direkt vom internationalen WCAG 2.1-Standard (Web Content Accessibility Guidelines) Level AA des W3C ab. Es übernimmt alle 50 Erfolgskriterien von WCAG 2.1 AA und übersetzt sie in 106 Prüfkriterien, die in 13 Themenbereiche gegliedert sind.
Der wesentliche Unterschied liegt in Struktur und Methodik. RGAA 4 fügt eine operative Ebene hinzu: Jedes Kriterium wird durch eine präzise Testmethodik, Codebeispiele und ein standardisiertes Bewertungsraster ergänzt. Dies stellt sicher, dass zwei verschiedene RGAA-4-Prüfer vergleichbare Ergebnisse für dieselbe Website erzielen.
Für Organisationen, die in Frankreich und international tätig sind, ist eine doppelte Prüfung nach RGAA 4 + WCAG 2.1 AA sinnvoll. RGAA 4 erfüllt die französischen gesetzlichen Anforderungen und ermöglicht die Erstellung der vorgeschriebenen Barrierefreiheitserklärung. Der WCAG 2.1 AA-Bericht ist für internationale Teams und ausländische Kunden besser lesbar.
In der Praxis deckt eine einzige Prüfung beide Rahmenwerke gleichzeitig ab. Die Tests werden einmal durchgeführt, und die Ergebnisse werden in beiden Lesarten präsentiert. Die zusätzlichen Kosten gegenüber einer Einzelprüfung sind marginal — etwa 15–20 %.